Die Hexen sind zurück!

Angst und Schrecken! Die Hexen und der Teufel sind nach Salem zurück gekehrt. Diese düstere Stimmung brachte die Inszenierung des Stückes "Salem - eine Hexenjagd" der städtischen Anita-Augspurg BOS eindrucksvoll rüber. Ein Spektakel voller Intrigen, falscher Behauptungen und bösartigen Anschuldigungen.

Vorweg ist zu erwähnen, dass diese Eigenproduktion auf historischen Quellen und wahren Ereignissen basiert und die Dialoge teilweise eins zu eins aus den orginal Protokollen entnommen worden. Dies sorgt für eine ergreifende Echtheit durch die der Zuschauer in die erschaudernd reale Welt der Hexenverfolgung eintauchen kann. Wie man ein höchst dramaturgisch durchdachtes Stück auf die Beine stellt, haben Stefan Dressler, Sylvia Schultze und die Schüler/innen der Anita-Augspurg BOS unter Beweis gestellt.

Besonders imponierend war neben den hervorragenden schauspielerischen Leistungen die musikalische Begleitung mit mehreren Instrumenten und Gesang: eine der Hauptprotagonistinen begann mit berührender Stimme zu singen, die weiteren Stimmen setzten nach und nach ein, wunderbar begleitet von Gitarrenmusik. Auch Bühnenlicht und Bühnenbild spiegelten die Dramatik des Inhalts perfekt wider.

Ein großes Lob geht vor allem an die hervorragende Ersatzprotagonistin, welche der Theaterklasse aus einer misslichen Lage half: Nur ein paar Stunden zuvor hatte eine der Hauptdarstellerinen kurzfristig abgesagt und die Klasse stand ohne Dorfbewohnerin da. Das Mädchen, welches eigentlich nur zuschauen wollte, sprang spontan ein, obwohl es noch nie für die entsprechende Rolle vorgesprochen, geschweige denn diese textreiche Rolle gespielt hat! Hut ab vor diesem Mut!

Alles in allem ein großartiges Stück, welches dem Zuschauer die Botschaft vermittelt, dass jeder Mensch zuerst einmal nachdenken sollte, bevor er andere an den Pranger stellt.

2 Antworten

  1. Johanna
    Super Stück!
  2. Mara
    ich bereue es wirkich, dass ich nicht bei dem Stück dabei sein konnte! Es hört sich echt spannend an.

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