Disziplin, Gemeinschaft und Aktion

Die integrative Montessorischule an der Balanstraße hat es sich zur Aufgabe gemacht, die   Geschichte rund um das Soziale Experiment "Die Welle" in ein 40 minütiges Theaterstück zu verwandeln. Das Experiment soll zeigen, wie ein Gemeinschaftsgefühl überhand gewinnen kann und zu einer gefährlichen ideologischen Bewegung wird. Die Lehrerin versucht durch "Die Welle", den Schülern den Gemeinschafts-Mechanismus der NS Zeit zu erläutern und ihnen zu zeigen, wie es zu Ausschließung, physischer Gewalt und der Verschließung vor der Realität führen kann.

Durch Einbeziehung von verschiedenen Medien wie z.B. Filme, schafften es die Darsteller, Unterrichtssituationen glaubhaft wiederzugeben. Das Set war mit einer projizierten Tafel, den Stühlen im Vordergrund und einem Sofa an der Seite einfach, aber effizient gehalten. Disziplin schien auch bei den Proben im Vordergrund zu stehen, da alle Schauspieler ihre Texte perfekt wussten und authentisch vortragen haben. Man hat den Charakteren die Veränderung durch das Experiment abgenommen und hat mit ihnen gefühlt. Die Schauspieler fühlten sich nach eigenen Angaben teilweise unwohl, ihre Rollen zu spielen und wollten sie möglichst bald ablegen. Dies zeigt, dass es nicht in der Natur aller Menschen liegt, andere zu unterdrücken und eine gemeinschafftliche Ideologie beengend wirken kann. Als Zuschauer kann das Verlangen nach Gemeinschaft nachvollzogen werden, dennoch stellt sich im Nachhinein die Frage, wie es zu solchen Ausartungen führen kann.

Alles in allem lässt sich sagen, dass die Geschichte "Die Welle" sehr gut vorgetragen und insziniert wurde und den Zuschauer zum Reflektieren anregt.

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