Mit arabischer Popmusik ins Reich der Elfen und Kobolde

Gestern, am 06.04.2017, spielte die Gruppe Shakesperience aus dem das Theater Spielhaus das Stück „Sommernachtstraum“.

Das Stück spielt im Reich von Oberon und Titania und es geht um viel Verwirrung, die der Kobold Puck mit einem Zaubersaft zwischen mehreren Liebespaaren anzettelt. Außerdem gibt es ein Stück im Stück, das von einer Handwerkertruppe zur Hochzeit des Herzogs aufgeführt werden soll.

Vor vollem Haus begann das Stück in absoluter Dunkelheit, das Licht wurde langsam heller bis man die Bühne erkannte. Von allen Theaterstücken, die ich gesehen habe, war hier das Bühnenbild am prunkvollsten und am farbenprächtigsten: Schöne Tücher hingen von der Decke, viele bunte Blumen, eine umwickelte Leiter und Zimmerpflanzen schmückten die Bühne.

Die Beleuchtung unterstrich die Verwunschenheit des Zauberwaldes, was mir sehr gut gefallen hat, da das Licht nicht so kalt war. Man hat sich eingeladen gefühlt, sich der Darbietung hinzugeben.  Als mitten im Stück eine Panne passierte, ging der Schauspieler, der den Zettel spielte, sehr professionell mit der Situation um. Er hat sich nicht raus bringen lassen und hat sich sofort wieder gefangen, was ich sehr bewundernswert fand.



Viel Text. Schwerer Text. Gut gemacht! Die 12 Schauspieler haben das super gemeistert, ohne Texthänger. Außerdem liefen die Bewegungsabläufe wie geschmiert, trotz wenig Platz auf der Bühne.  Absolut herausragend und von einem Profi nicht zu unterscheiden: der Puck. Das koboldhafte Wesen wurde vom Darsteller meisterlich rübergebracht. Trotz der körperlich anstrengenden Bewegungen hat er immer deutlich und genau gesprochen.

Eine sehr lustige Szene war auch der Paartanz zwischen Pyramus und Thisbe zu arabischen Klängen. Großes Gelächter mit verdientem Szenenapplaus.

Die Darsteller haben auch den Zuschauerraum mit ausgenutzt, um die verschiedenen Orte des Stücks darzustellen. Das war schön. Was man unbedingt noch erwähnen muss, ist die amüsante Nachbesprechung: „Da kamen Wörter raus, da musste man erst 3 Stunden googeln“ sagte der Darsteller der Thisbe auf die Frage, ob die Sprache schwer gewesen sei. Außerdem war er lustig anzusehen, denn er trug ein lila glänzendes Abendkleid, mit Rüschen ausstaffiert: „Ich wusste gar nicht, dass ich eine Frau spielen muss, ich hab den Handwerker gewählt und hab mir gesagt, ok, den nimmst du, der ist lustig. Dann kam das Abendkleid, dann die Perücke und dann sollte ich auch noch Stöckelschuhe tragen.“ Große Heiterkeit im Publikum und der Ausruf einer Zuschauerin „Lila steht Dir super!“ Wieder großes Gelächter!

So grandios wie ich das Bühnenbild fand, war auch das Stück. Ein Genuss.
Entschuldigt das verzögerte posten. Das Festival war gestern länger als geplant, was jedoch der tollen Erfahrung des Festivals keinen Abbruch getan hat.

Eure Denise  

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