Schaut ihr Katzlvideos im Internet?

Griaß Aich, zur Prime-Time, um viertel nach acht, läuft in der Wagenhalle noch "Katzlvideomacher" nach Rainer Werner Fassbinder in der Inszenierung von der gleichnamigen Fachoberschule. Wir begegnen einer Gruppe gelangweilter Vorstadtjugendlicher und links ertönt ein Trio griechischer Göttinnen, die uns die Zusammenhänge erklären sollen, aber auf amüsante Weise eher zur Verwirrung beitragen. Das "friedliche Idyll" wird von einem Immigranten unbekannter Herkunft (der die deutsche Sprache überraschend gut und tatsächlich besser als die Einheimischen beherrscht) gestört. Die Jugendlichen reagieren mit Ablehnung, die schließlich in einer gewaltsamen Vertreibung des Eindringlings mündet. Nur eines der Mädchen spricht mit ihm, entwickelt auch das eine oder andere Gefühlchen, aber auch sie kann schlussendlich nichts ändern. Das Stück, rund um Themen wie Fremdenhass, Integration und (fehlende) Toleranz, ist intensiv, aber Fassbinder-typisch sehr schwer und "ziagad". Man hat das Gefühl, es würde einem ein großer, mahnender Zeigefinger entgegen gehalten. Die Akteure sind dagegen mit Elan und Spielfreude dabei, hier ist viel Energie, Glaubwürdigkeit und auch kreative Ideen, beispielsweise der Kampf zwischen Immigrant und Ansässigem. Beide werden von jeweils vier Menschen gehalten, ihre Bewegungen, wie die von Puppen geführt. Dazu noch ein treibender Beat, Boom, coole Szene! Also, trotz vereinzelter längerer Passagen durchaus sehenswert, keep on rolling! Ach ja, Katzlvideos gibt's leider nicht, keine Ahnung wie ich da drauf gekommen bin 😉 LG Matt  

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