Weniger ist mehr

Bertolt Brecht in die fünfte Klasse zu tragen klingt erstmal schwierig. Doch die Schülerinnen der Theaterklasse des Bertolt-Brecht-Gymnasiums zeigten zusammen mit ihrer Lehrkraft eindrucksvoll ihre Interpretation eines seiner Gedichte. In fortwährender, zerreißender Stille war der Zuschauer von der Szene gefesselt und konzentrierte sich voll und ganz auf das Geschehen auf der Bühne. Die Schauspieler trugen schwarze Oberteile, welche als Symbol der negativen Gefühle und Gedanken galten. Mit dieser düsteren Farbe wurde der Fokus auf Selbstkritik gelegt. Durch aufmunternde Worte und Bekräftigungen blühten die Kinder auf. Dies veranschaulichten sie mit Hilfe von bunten T-Shirts, die die dunklen ablösten. Dieses Stück hat es geschafft, ein gutes Gefühl beim Zuschauer zu wecken und den Schwerpunkt auf Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft zu legen.

 

 

Später zeigten die Schülerinnen ein zweites Stück, bei dem das Hauptaugenmerk auf der Requisite "Tuch" lag, wodurch das Wortspiel des Titels "Auf Tuchfühlung" einen Sinn ergab. Dabei waren die Tücher ein schöner farblicher Kontrast zu der schwarzen Kleidung. Bei dem im Stück aufgeführten Tanz wurde das Gefühl der Freiheit ganz stark auf den Zuschauer übertragen.
Hier zeigte sich in zwei schönen Inszenierungen, dass mit geringem Aufwand auch kleine Gesten große Gefühle auslösen können.

-Mara

3 Antworten

  1. Ein wahnsinns Schlusssatz!
  2. Ich stehe voll und ganz hinter eurer Meinung! Es ist wahnsinnig toll zu sehen, wieviel man mit den unterschiedlichen Körperhaltungen und Bühnenverteilungen bewirken kann! Schade, dass es auf meiner ehemaligen Schule keine Theaterklasse gab!
  3. Mina
    Wow, so wie du das beschrieben hast, klingt das Stück echt ansprechend. Die bildliche Beschreibung, die du bietest, regt den Leser dazu an, sich dieses Stück anzuschauen. Danke dafür! <3